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Abschrift Volksblatt, Samstag, 11. August 1973

Am Stammtisch Fußball verschworen

Der Sportverein Steinbach konkurriert jetzt in der C-Klasse - 100 Mitglieder

STEINBACH. Fußballfans werden in der kommenden Saison auch Steinbach hinter der Sonn' aufsuchen, um dem Geschehen um das runde Leder ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Freilich wird die kleine Ortschaft auch viele Neugierige anlocken, die sich über den Stand des jungen Sportvereins informieren wollen. Der SV Steinbach wird nämlich in der nächsten Verbandsrunde innerhalb der C-Klasse Aschaffenburg mitmischen. Doch bis es soweit war, mußten seitens der Mitglieder einige Schwierigkeiten gemeistert werden.
 
Noch vor einem Jahr bestimmten in der kleinen Gemeinde der Gesangverein und die Freiwillige Feuerwehr das kulturelle Leben. Ein Sportverein, geschweige denn ein Platz, wo die Jugend Sport treiben konnte, war nicht vorhanden. Einen Radfahrerverein soll es einmal vor 25 oder 30 Jahren gegeben haben, daran erinnern sich die älteren Einwohner. So ist es nicht verwunderlich, daß die Gründung eines Sportvereins in Steinbach allgemein begrüßt wurde.

Viele begeisterte Anhänger
Wie es dazu kam, wissen einige junge Männer im Alter zwischen 28 und 32 Jahren zu berichten, die sich wöchentlich zur Stammtischrunde in der Gaststätte „Zum Grünen Tal" trafen. Aus ihren Reihen kam nämlich die Idee, einen eigenen Sportverein ins Leben zu rufen und Gisbert Sauer ergriff auch gleich die Initiative und wandte sich an die zuständigen Verbände, um Unterlagen anzufordern. Im Dorf hatte sich schnell herumgesprochen, was im Gange ist. Als am 17. Juni 1972 im „Grünen Tal" eine Gründungsversammlung einberufen wurde, traten bereits 69 Sportbegeisterte dem Verein bei. Damals wurde auch gleich die Vorstandschaft gewählt: 1. Vorstand ist Gisbert Sauer, 2. Vorstand Karl-Heinz Windischmann, Kassier Karl Philipp und Schriftführer Elke Dahmen.

Durch Selbsthilfe zum Sportplatz
Bisher bestand das Vereinsleben hauptsächlich in harter Arbeit. Man hatte sich geeinigt, Fußball zu spielen und dafür mußte zuerst einmal ein geeigneter Platz gefunden werden. Schließlich stellten die Gemeinde und ein Privatmann das Gelände zur Verfügung, doch damit war es noch nicht getan. Der Platz mußte geschoben, angelegt und umzäunt werden und für diese Arbeiten war im Gemeindesäckel nichts übrig. Mit eigenem Geld und in ihrer Freizeit machten sich die Mitglieder also selbst ans Werk.
  Auch die Spielerkleidung und Sportgeräte wurden aus eigenen Mitteln finanziert. Daß dabei ohne Genehmigung des Forstamts sieben Bäume gefällt wurden, führte zu erheblichen Schwierigkeiten, unter denen der Verein noch heute zu leiden hat. Mittlerweile wurde der Platz — die Planierungsarbeiten führte die Firma Gabriel Dreßler durch — von der Sportbehörde abgenommen.

Jugendarbeit vorrangig

Inzwischen nimmt auch das Vereinsleben seinen regelmäßigen Verlauf. Trainingsstunden werden von 1830 bis 20 Uhr montags für Jugendliche, dienstags für die Aktiven abgehalten, Erstaunlich groß ist das Interesse für den Verein in der 490 Seelen zählenden Gemeinde. Jeder Fünfte gehört inzwischen dem SV an, der heute 100 Mitglieder zählt. Gegenwärtig wird viel getan für den Aufbau einer Jugend-, mannschaft, die in der nächsten Saison in die Verbandsrunde einsteigen soll. Auch sind Bestrebungen im Gange, eine Frauen-elf aufzubauen; die Damen zeigen sich jedenfalls nicht abgeneigt.

Wenn die Fußballer des SV Steinbach am Samstag gegen DJK Ringheim zum großen Rennen starten, dann nicht mit hochfliegenden Plänen und Illusionen. Sie wollen in der C-Klasse erst einmal heimisch werden und wenn sie nicht gerade auf dem letzten Platz kleben, dann ist es für sie schon ein Erfolg. Das Abschneiden in dieser Runde — und darüber sind sich die Mitglieder einig — ist gar nicht von so großer Bedeutung. Wichtig ist vor allem, daß für Steinbachs Jugend endlich etwas auf sportlichem Gebiet getan wird, daß ein eigener Sportplatz zur Verfügung steht und die Einwohner im geselligen Beisammensein innerhalb des Vereins zusammenfinden. Auf ihre Kosten werden nicht zuletzt die älteren Fußballfreunde kommen, wenn sie sonntags den Weg zum Sportplatz finden, um für „ihren Verein" die Daumen zu drücken.
Das erste Punktspiel in der Verbandsrunde 1973/74 tragen die Steinbacher Fußballer gegen die Mannen der DJK Ringheim aus. Die vielen Anhänger und Mitglieder des neuen Sportvereins werden sicher mit Anfeuernngsrufen die Mannschaft unterstützen. Die Elf kniend, von links: K. Zienow, W. Freund, R. Becker, D. Leder, W. Blaha, P. Banek, F. Rupp; stehend, von links: H. Böhm, K. Zenglein, K. Philipp, K. Hofmann, S. Fisch, E. Krem, G. Siemen, Vorstand G. Sauer. Foto: Postl